Der Stelzenläufer (Himantopus himantopus)

 

Was ist ein Stelzenläufer?

 

Der Stelzenläufer ist ein schlanker Watvogel, der durch seine langen Beine und einen sehr langen Schnabel auffällt. Beim Flug werden die Beine über den Schwanz hinausgestreckt.

 

In Europa ist der Stelzenläufer vor allem in Südeuropa (Spanien, Portugal, Italien, Griechenland) und im nördlichen Schwarzmeergebiet anzutreffen. Weitere Vorkommen sind in der Türkei und in Nordafrika. Insgesamt kommt der Stelzenläufer in mehreren Rassen, als Kosmopolit, auf allen Kontinenten vor.

 

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Stelzenläufer (C) aufgenommen im Biotopwildpark Anholter Schweiz
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Stelzenläufer (C) - aufgenommen im Biotopwildpark Anholter Schweiz
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Stelzenläufer (C) - aufgenommen im Biotopwildpark Anholter Schweiz
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Stelzenläufer (C) - aufgenommen im Biotopwildpark Anholter Schweiz

 

 

Steckbrief: Stelzenläufer (Himantopus himantopus)

 

Brutzeit - Gelege - Größe - Gewicht - Nahrung - Biotop - Alter

 

Systematische Einordnung:

Familie: Stelzenläufer, Säbelschnäbler

Art: Stelzenläufer

 

Beschreibung:

Wissenschaftlicher Name: Himantopus himantopus

Artname Englisch: Common Black-winged Stilt

Artname Französisch: Échasse blance

Artname Niederländisch: Steltkluut

 

Vorkommen / Verbreitung Als Brutvogel, in mehreren Subspezies, ist der Stelzenläufer in allen warmen Gebieten der Erde anzutreffen, darunter Südeuropa, Afrika (mit Ausnahme der Sahara), tropischer Regenwald, Asien, Australien und Neuseeland, Südamerika. In Europa besiedelt der Stelzenläufer Küstenlagunen und küstennahe Tieflandbereiche. In Mitteleuropa und Deutschland ist der Stelzenläufer nur vereinzelt als Brutvogel nachweisbar.

 

Wanderungen: Zugvogel

 

Überwinterung: Nordafrika und bis in die Tropen Afrikas; Vorderasien und Südostasien.

 

Lebensraum: Der Stelzenläufer besiedelt als Brutvogel offenes Land mit Seichtwasserbereichen, bevorzugt siedelt er sich an Süßwasser an, ist aber auch auf Salzwasser zu finden; sowie ferner auf Heide, Wiesen, Felder und Quellern und auf Schlamm- und Sandbänken.

 

Verhalten: Stelzenläufer sind tagaktiv, ziehen aber auch nachts.

 

Kennzeichen: Der Stelzenläufer ist ein auffallend schlanker Watvogel mit grazilem Korpus, langen Beinen und langem, dünnen Schnabel.

 

Im Flugbild ragen die Beine weit über den Schwanz hinaus (Überstand ca. 15-18 cm). Beim Stelzenläufer ♂ sind die Ober- und Unterseiten der Flügel schwarz bzw. dunkel. Unterseite, Unterhals und Gesicht, ebenso Hinterrücken und Schwanz des Stelzenläufers sind im Brutkleid reinweis. Vorderrücken und Flügel schwarz; Oberkopf und Nacken überwiegend schwarz. Das Ruhekleid zeigt kaum noch dunkle Federn.

 

Das Stelzenläufer zeigt schwarzbraun an Flügel und Rücken und weiß an Kopf und Nacken.

 

Bei den juvenilen Stelzenläufern ist der Schnabel im vorderen Teil schwarz und an der Schnabelbasis heller, während bei den adulten Vögeln der Schnabel reinschwarz ist.

 

Die Füße des juvenilen Stelzenläufers sind anfangs noch rotgrau und färben sich dann zunehmend in fleischrot um. Bei den adulten Vögeln sind die Füße während der Brutzeit leuchtend rot.

 

Die Iris ist bei den adulten Stelzenläufern rot und bei den juvenilen noch bräunlich-gelb.

 

Größe: 33-36 cm (davon 6 cm Schnabellänge, ohne Schnabel: ca. 15-18 cm)

Gewicht: 300 g

Spannweite: 70 cm

 

Stimme und Ruf: Der Stelzenläufer ist am Brutplatz sehr ruffreudig, die Stimme klingt ähnlich „quät … quät“, sowie auch Laute, die auf „ü“ oder „ä“ enden.

 

Geschlechtsreife: Stelzenläufer werden im zweiten Lebensjahr geschlechtsreif.

 

Paarungszeit: ab März; monogame Saisonverbindung

Nestbau: ab April

Bruten: 1 Jahresbrut

Legezeit: in Südeuropa ab Mitte April, teilweise jedoch erst ab Mitte/Ende Mai bis Mitte Juni. Der Beginn der Brutzeit ist von den lokalen Verhältnissen abhängig.

Brutzeit: April bis Juni/Juli

 

Nest: Bodennest in der Nähe von Flachgewässern, auch auf kleinen Inseln. Auf weichem Untergrund wird nur eine Mulde im Boden angelegt, während auf hartem Untergrund Nistmaterial aus trockenen Pflanzenteilen aufgehäuft wird. Das Nistmaterial wird in der Nestumgebung aufgesammelt.

Nistplatz: Das Nest wird etwas erhöht gebaut bzw. in der Vegetation erhöht angelegt.

 

Gelege: 3-4 Eier; selten 5 Eier

Eier: Die Eier des Stelzenläufers haben eine ovale bis spindelförmige Form; die Schale ist glatt und schwach glänzend; Farbe bräunlich bis hell-beige mit schwarzbraunen Punkten und Klecksen.

 

: Ersatzgelege bei Gelegeverlust sind möglich

Legeabstand: 24-48 Stunden

Brutbeginn: wahrscheinlich mit Ablage des letzten Ei

Brutdauer: 22-24 Tage, beide Altvögel brüten

 

Schlüpfen: die Jungen des Stelzenläufers schlüpfen innerhalb eines Tages

<p: bedunte Nestflüchter, werden von ♂ und ♀ gemeinsam geführt

 

Flügge: nach 28-32 Tagen werden die jungen Stelzenläufer flügge.

 

Nahrung: Wasserinsekten, Krustentiere, Froschlaich, Kaulquappen, kleine Fische, Spinnen und Mollusken.

 

Nahrungsaufnahme: Beim Stelzenläufer erfolgt die Nahrungsaufnahme beim Gehen im Wasser oder auf Land durch Picken. Der Stelzenläufer kann bis zum Bauch im Wasser stehen und auch schwimmen.

 

Lebensdauer: Die höchste bekannte Lebensdauer eines Stelzenläufers liegt bei 12 Jahren und 2 Monaten.

 

Feinde: Mensch, Hechte, Bisamratten, Greife Möwen

 

Jagdbar: Nein

 

Jagdzeit: Nein

 

 

Quellennachweise

 

Bauer, Hans-Günther, Bezzel, Einhard et. al. (HG), Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Band 1+2, Sonderausgabe 2012, Aula Verlag, Wiebelsheim

Bauer, Hans-Günther, Bezzel, Einhard et. al. (HG), Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Band 3, Literatur und Anhang, Aula Verlag Wiebelsheim, 2. vollständig überarbeitete Auflage 1993

Bezzel, Einhard, Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Non-Passeriformes, Band 1, AULA-Verlag Wiesbaden, 1985

Bruun/Singer/König/Der Kosmos Vogelführer, Franck'sche Verlagshandlung Stuttgart, 5. Auflage 1982

Glutz von Blotzheim, Urs et. al (HG), Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 7, Charadriiformes (2. Teil) , Akademische Verlagsgesllschaft Wiesbaden, 1977