Der Kiebitz (Vanellus vanellus)

 

Was ist ein Kiebitz?

 

Der Kiebitz ist ein schlanker, etwa taubengroßer Watvogel aus der Familie der Regenpfeifer. Als Biotop besiedelt der Kiebitz im Tiefland die offene Feldflur, Äcker, Wiesen und Weiden, jedoch nur mit geringer Vegetation.

 

Der Kiebitz fällt durch seine schwarz-weiße Gefiederfärbung auf, sowie durch seine große Federholle (=Federschopf), der beim Männchen länger als beim Weibchen ist. Kiebitze sind gesellige Vögel und neigen zur Koloniebildung. Beim Flug des Kiebietz fallen die abgerundeten Flügel und langsamen und tiefen Flügelschläge auf.

 

 

kiebitz steht im wasser
Kiebitz am Wasserrand
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Junger Kiebitz (C) - aufgenommen im Biotopwildpark Anholter Schweiz
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Kiebitze auf einem Klärteich
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Kiebitze auf einem Klärteich
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Kiebitze im Flachgewässer
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Kiebitze im Flachgewässer
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Kiebitze auf Schlickfläche in den Rieselfeldern Münster
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Ein Trupp Kiebitze im Flachgewässer
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Kiebitz - aufgenommen an den Rieselfeldern Münster

 

Steckbrief: Kiebitz

 

Brutzeit - Größe - Gewicht - Alter - Nahrung - Lebensraum

 

Systematische Einordnung:

Ordnung: Watvögel (Charadriiformes)

Familie: Regenpfeifer (Charadriidae)

Gattung: Kiebitze (Vanellus)

Art: Kiebitz 

 

Beschreibung:

Wissenschaftlicher Name: Vanellus vanellus

Artname Englisch: Common Northern Lapwing

Artname Französisch: Vanneau huppé

Artname Niederländisch: Kievit

 

Vorkommen / Verbreitung:  Brutvogel in den gemäßigten Zonen Eurasiens. In Europa in Skandinavien, Britische Inseln, Mittel-, Ost-, und Westeuropa, nördliches Schwarzmeergebiet und bis an den Ural.

 

Wanderungen: Kurzstreckenzieher

 

Überwinterung: In milden Wintern ist der Kiebitz Strich- oder Standvogel. Ansonsten GB, bis hinunter das Mittelmeergebiet und nach Nordafrika.

 

Lebensraum: Brutvogel auf flachen und überwiegend baumarmen Flächen, bzw Flächen mit geringer Vegetationshöhe, Kulturland, Ackerflächen, Seggenrieder, Pfeifgraswiesen, Mähwiesen, Viehweiden, Heideflächen, Flugplätze, Rieselfelder (z.B. Münsteraner Rieselfelder).

 

Verhalten: tagaktiv; gesellige Vögel, die gerne im Schwarm auftreten. Nester werden teilweise in Sichtkontakt zu den Artgenossen angelegt. Neigt zur Koloniebildung.

 

Kennzeichen: Der Kiebitz ist ein etwa taubengroßer Vogel mit schwarz-weißer Gefiederfärbung und langer dünner Federholle. Die Oberseite ist schwärzlich und zeigt einen grünlichen Metallglanz, dagegen ist die Unterseite des Korpus weiß mit einem halbkreisförmigen schwarzem Brustschild. Der Schwanz ist weiß mit einer leicht keilförmigen dunklen Endbinde. Flügelunterseite ist innen weiß mit dunklen Handschwingen. Die Kopfseite ist weiß mit dunklem Kinn, Stirn und Kopf sowie dunklem Unteraugenstreif (Federzeichnung). Die Holle des ist länger und der schwarze Fleck reicht vom Kinn bis an die Brust, anders als beim , wo die Holle kürzer ist und der schwarze Fleck unterhalb des Kinns durch einen weiße Federstelle unterbrochen wird.

 

Flugbild: breit gerundete Flügel, der Flügelschlag ist langsam und schaufelnd

 

Ruhekleid: im Herbst mit weißer Kehle und kurzer Holle, Oberseite schwächer glänzend als im Brutkleid

 

Schnabel: schwarz

 

Füße: bräunlich-fleischfarben

 

Iris: dunkelbraun

 

Jugendkleid der juvenilen Kiebitze: kurze Holle

 

Größe: 28-31 cm

Gewicht: 220 g

Spannweite: 67-72 cm

 

Stimme und Ruf: Der Kiebitz ist sehr ruffreudig. Ruf klingt ähnlich kii-wii oder auch ein langezogenes „pii“.

 

Geschlechtsreife: im ersten Lebensjahr

Paarungszeit: ab März; monogam, Saisonverbindung

 

Nestbau: ab Februar

 

Bruten: 1 Jahresbrut

Legezeit: ab Anfang März, in der Regel ab Mitte April bis Ende Juli / Anfang August

Brutzeit: April-August

 

Nest: Der Kiebitz nutzt ein Muldennest am Boden. Das Kiebitz legt verschiedene Muldennester an und das sucht sich eines der Nester aus. Das Nest wird mit trockenem Nistmaterial aus der Umgebung ausgelegt.

 

Nistplatz: Nester werden leicht erhöht auf offenen Flächen mit niedriger Vegetation angelegt.

 

Gelege: 4 Eier, selten 5 Eier; Gelege mit drei Eiern stammen meistens von Erstbrütern oder aus Ersatzgelegen. Zweitgelege sind möglich.

Eier: Die Eier Kiebitz sind birnen- bis kreiselförmig; Farbe olivbraun mit vielen schwarzen Flecken

Nachgelege: Ersatzgelege bei Gelegeverlust

Legeabstand: 1 Tage, maximal 48 Stunden

Brutbeginn: mit Ablage des ersten Ei

Brutdauer: 26-29 Tage, beide Altvögel brüten

Schlüpfen: die Jungen schlüpfen asynchron. Bis zum 14-16 Tag werden die Jungen nachts noch gehudert.

 

Nestlingsdauer: Kiebitze sind bedunte Nestflüchter. Nach dem Schlüpfen halten sich die Jungen anfangs noch in der Nestumgebung auf, wobei das nahe bei den Jungen bleibt, während das in einiger Entfernung Wache hält.

 

Flügge: nach 35-40 Tagen sind die jungen Kiebitze flügge

 

Nahrung: kleine Bodentiere, Insekten und deren Larven, Heuschrecken und Ameisen, Regenwürmer; Samen und Früchte

 

Nahrungsaufnahme: Die Nahrung wird durch Bohren mit dem Schnabel in der obersten Bodenschicht aufgenommen. Ebenfalls kommt ein Abklopfen des Bodens vor.

 

Lebensdauer: Die Lebenserwartung des Kiebitz kann bis zu 25 Jahre erreichen (älteste Ringfunde).

 

Mortalität: Die Sterblichkeit im ersten Jahr liegt in Mitteleuropa bei ca. 40%.

 

Feinde: Infektionskrankheiten, Fuchs, Marder, Greife, Möwen, Mensch, Nutzung des Kulturlandes

 

Jagdbar: Nein

Jagdzeit: Nein

 

 

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Junger Kiebitz (C) aufgenommen im Biotopwildpark Anholter Schweiz
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Junger Kiebietz (C) - aufgenommen im Biotopwildpark Anholter Schweiz

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Kiebitz - aufgenommen in den Rieselfeldern Münster
kiebitz vogel wasser
Kiebitze im Flachgewässer, dazwischen Krickenten, im Hintergrund Blässgänse und Graugänse.
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Kiebitz badet im Wasser #1
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Kiebitz badet im Waser #16

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Kiebitz badet im Wasser #19

 

Quellennachweise

 

Bauer, Hans-Günther, Bezzel, Einhard et. al. (HG), Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Band 1+2, Sonderausgabe 2012, Aula Verlag, Wiebelsheim

Bauer, Hans-Günther, Bezzel, Einhard et. al. (HG), Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Band 3, Literatur und Anhang, Aula Verlag Wiebelsheim, 2. vollständig überarbeitete Auflage 1993

Bezzel, Einhard, Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Non-Passeriformes, Band 1, AULA-Verlag Wiesbaden, 1985

Bruun/Singer/König/Der Kosmos Vogelführer, Franck'sche Verlagshandlung Stuttgart, 5. Auflage 1982

Glutz von Blotzheim, Urs et. al (HG), Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 6, Charadriiformes (1. Teil) , Akademische Verlagsgesllschaft Wiesbaden, 1975